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IMPULS ZUM SONNTAG

Worte, die einladen, ermutigen, trösten und begleiten.
Zu jedem  Sonn- und Feiertag schreiben die Seelsorgenden der Friedensgemeinde einen Impuls.
Er kann für sich gelesen oder in die persönliche Feier des Hausgottesdienstes einbezogen werden.

IMPULS ZUM 9. SONNTAG NACH TRINITATIS

Ein Sommergesang

von Diakonin Adelinde Bauer-Abstein

 

Der Sommer 2021 ist anders als die vorherigen Sommer. Das Wetter ist unbeständig.
Es gibt immer mal wieder heftige Gewitter und Starkregen mit massiven Überschwemmungen.
Wir sind erschüttert und trauern mit den Menschen die durch die Regenfluten
nahe Angehörige und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben.
In unserer Region haben die Unwetter nicht so heftig gewütet.
Vielmehr scheint der viele Regen der Natur gut zu tun.
Die Wälder und Wiesen wirken grüner als in den letzten Jahren.
Angesicht der intensiven Farbenpracht in der Natur öffnet sich Herz und Sinn.
Paul Gerhardt hat dies in dem Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“
auf wunderschöne Weise beschrieben.



 

Als Paul Gerhardt seinen „Sommer-Gesang“ dichtet, wie das Lied in frühen Drucken heißt,
herrscht nach dem 30-jährigen Krieg wieder Frieden. Es ist eine typische Nachkriegszeit.
Eine Stunde null, man schwankt zwischen müder Resignation und hoffnungsvollem Neuanfang.
Das ist der Hintergrund für die leuchtende Fanfare, mit der das Lied beginnt:
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“!
Ja, Mensch, mit allem was du bist, gehe heraus aus deinen engen vier Wänden und komme mit
nach draußen, ins Freie, an die frische Luft. Atme durch und mach die Augen auf:
Es gibt mehr als Schmerz und Tränen in dieser Welt.
Sieh die Blumen im Sommerwind, hör die Vogelstimmen, schmeck den süßen Honig.
Es gibt sie noch, die wunderschöne Seite der Natur.
Es gab sie damals und es gibt sie auch heute noch.

Fauna und Flora wecken auch heute unsere Sinne - Sehen, Hören, Riechen.
Und irgendwie werden wir mitgerissen von dem Leben um uns und vielleicht
spürt der eine oder die andere auch bei sich selbst wachsende Energie und neue Lebensfreude.
In solchen Augenblicken können wir einstimmen in den großen Chor der Kreaturen:
„Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen.
Ich singe mit, wenn alles singt und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.“
Und mit einem Male bin ich und sind wir, die dieses Lied singen, nicht mehr irgendwo draußen
nur als Zuschauer*innen, sondern mittendrin, ein Teil dieser Schöpfung.


Textpassagen: Marianne Lang, Seniorenbeauftr. Stadtkirchenbezirk Mannheim
aktualisiert und überarbeitet: Diakonin Adelinde Bauer-Abstein
Foto: Pixabay